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BZ März 2010 2

Zeit und Leistungen tauschen

Initiantin Marie Eve Morf lud zur Startveranstaltung ins Cetro Italiana ein. Dietmar Gallhammer, Geschäftsführer der Zeittauschbörse Aargau, stellte Institution und System vor. "Zeit statt Geld für Arbeit" , heisst die Losung.

Das Interesse an sozialem Austausch, welcher Eigenleistung beinhaltet, scheint nach wie vor Frauendomäne zu sein. Unter die 16 Frauen mischten sich nur zwei Männer, um mehr über diese neue Institution in der Religion Bremgarten zu erfahren. Das entspreche dem Verhältnis in der Zeittauschbörese Aargau, erklärte Dietmar Gallhammer.

Nehmen was nervt, geben was Spass macht

Die Institution benötigt Zeit, um sich zu etablieren. Und Zeiten benötigen vielleicht auch ein paar Männer, um zur Überzeugung zu ommen, dass Zeittausch ganz nützlich ist & und erst noch Spass machen kann. Denn anbieten soll jedes Mitglied, was es kann & gerne macht. Von der Börse holt es sich dann das, was nervt oder schwerfällt. Dieses leidige Fensterputzen, oder die ungebügelten Hemden, die sich türmen! Es soll doch Leute geben, die das mit Befridigung erledigen. Man selbst liebt die Gartenarbeit. oder verstehet sich aufs Ausfüllen von Steuererklärungen. Könnte für nicht mobile menschen einkaufen und Botengänge erledigen.
Es funktioniert wie in der Wirtschaft nach dem Prinzip "Angebot und Nachfrage".

Ausser Kraft gesetzt wird aber ein anderes Marktprinzip . Wer nicht akzeptieren kann, dass sein PC-Support den gleichen Wert hat wie Hausarbeit, wird niemals ein Zeittauscher. Denn abgerechnet wird in der Währung Zeit. Eine Stunde Leistungsbezug wird mit einer Stunde Gegenleistung abgegolten. Die von der Zeittauschbörse Aargau geführte elektronische Zeitbuchhaltung lässt nicht mit sich handeln. Die Zeittauschbörse Aargau ist seit letztem März aktiv, hat momentan rund 100 Mitglieder und wird unterstützt von Pro Infirmis und Pro Senectute sowie von der Sunflower Foundation. Gesamtschweizerisch gibt es rund 20 Tauschnetze oder -börsen.", erklärte Gallhammer der Bremgarter Gruppe. Talente und Ressourcen lägen brach, weil Arbeit heute nur als solche anerkannt ist, wenn sie einen Marktwert hat.

Monatliche Treffen im Centro

Mitglied werden können alle ab 18 Jahren. Wer Leistung erbringt, muss Leistung annehmen. Auf dem Zeitkonto werden maximal 30 Plus und 15 Minusstunden akzeptiert. Interessenten erhalten nach Eintragung ihrer Mitgliedschaft ein Passwort, das ihnen den Zugang zum "Markt" öffnet. Mitglieder ohne Internet suchen ihre Tauschpartner am letzten Montag im Monat beim regelmässigen Treffen der Gruppe im Centro Italiano, jeweils von 19.30 bis 21.30 Uhr. Sie erhalten Hilfestellung am Laptop. Die Verabredung der Tauschpartner geschieht telefonisch. Das Gruppentreffen dient auch dem Erfahrungsaustausch.

Erstmal findet es am 29. März statt. Mehr Infos unter www.ztba.ch . Kontak: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. oder unter Telefon 056 633 05 62, Marie Eve Morf.